Herrnhuter Losungen

Tageslosung von Samstag, 20. Oktober 2018
Ihr wart wie ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerissen wird; dennoch seid ihr nicht umgekehrt zu mir, spricht der HERR.
Wenn einige untreu wurden, hebt dann ihre Untreue Gottes Treue auf? Das sei ferne! Es bleibe vielmehr so: Gott ist wahrhaftig.

 

 

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Einst waren es die Mönche aus Irland, die sich seit dem ausgehenden 6. Jh. zu Missionsreisen durch das westliche Europa auf den Weg gemacht hatten und im spartanischen Wandergepäck neben dem Wanderstab eine Glocke bei sich trugen, mit der sie den Menschen ihr Kommen ankündigten und diese zum Gottesdienst riefen.

In der Folge erhielten Kirchen bereits ab dem 8. Jahrhundert fest installierte Glocken, die von Dachreitern oder angebauten Türmen mehrmals am Tage zu den Gebetszeiten geläutet wurden. Über 1000 Jahre hinweg gab in Europa die Glocke so mit ihrem Rhythmus die Zeit zur Arbeit, zur Ruhe und zum Gebet vor und damit dem Leben geistlich wie weltlich eine sinnenfällige Struktur.

Schon seit 5000 Jahren, also lange vor Gründung des Christentums, gibt es jenen textlosen und damit neutralen Naturton-Klang. Er ist interkulturell, vermittelt Feierlichkeit, wurde Teil der Religion, der Liturgie, des Brauchtums der Kultur, der Friedensarbeit und Politik.

Glocken machen Stationen unseres Lebens wie z.B. Taufe und Beerdigung hörbar und laden die Menschen fernab zum Gebet ein, sie unterscheiden Werk- und Feiertag und begleiten, ähnlich der Orgel, etwa beim Vaterunser die Gottesdienstfeier. Mit diesem akustischen Zeichen wird christliche Kirche für Nichtchristen und Andersgläubige erkennbar.

Weite Teile der Kulturgeschichte sind mit der Glocke so eng verwoben, dass ihr Läuten aus der Chronik der Menschheit erzählt…