Herrnhuter Losungen

Tageslosung von Mittwoch, 23. Oktober 2019
Du wirst mit deinem Gott zurückkehren. Halte fest an Liebe und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!
Legt alles Gemeine und Schlechte ab und nehmt bereitwillig das Wort an, das Gott euch ins Herz gepflanzt hat. Es hat die Macht, euch zu retten.

 

 

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St-Oran-Kapelle Liebe Gemeinde!

Das Foto links läßt uns einen Blick werfen in das Innere der St.-Oran-Kapelle auf der kleinen schottischen Insel Iona. Im Kontrast zum Licht draußen wirkt die Kapelle wie eine Grabkammer – und damit in gewissem Sinne auch wie „eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt“ (EG 482).

Des Tages Jammer drückt uns gerade im November oft nieder: Am Volkstrauertag gilt das Gedenken den Opfern von
Krieg und Gewalt. Am Toten- und Ewigkeitssonntag denken wir an Menschen, die gestorben sind. Trauer und Schmerz machen das Herz schwer. Dazu kommt das Leid, das wir in der Welt sehen: in unserer Umgebung ebenso wie in den Nachrichten aus anderen Gegenden. Doch mitten in der Finsternis leuchtet das Kreuz: Licht im Dunkel, Hoffnung in der Finsternis.

Die Finsternis und die Not der Welt hat Jesus geteilt, bis zum Tod am Kreuz. Deshalb kennt er unsere Trauer, unsere Tränen, unsere Schmerzen. Zugleich aber ist das Kreuz Zeichen des Lebens und der Hoffnung. In der St.-Oran-Kapelle hat es die Form eines keltischen Kreuzes: Die Kreuzesarme sind verbunden durch einen runden Kranz, für den es verschiedene Deutungen gibt: Einige sehen darin die Sonne als Symbol für Gott – so wie das Kreuz in dieser
Kapelle im Licht erstrahlt. Der Kreis als Zeichen der Vollkommenheit kann auch auf Gottes Ewigkeit hinweisen. Andere meinen, es stelle den Erdkreis oder auch den eigenen Lebenskreis dar. Darüber steht das Kreuz Christi. In ihm liegt das Heil der Welt.

Und das gilt für die ganze Welt und für jeden einzelnen Menschen. Deshalb braucht das Ende der Welt und das persönliche Sterben niemanden verzweifeln zu lassen; denn dieses Ende ist auch das Ende der Finsternis, das Ende von Not, Elend und Tod. Das Licht in der Finsternis ist der  Widerschein des ewigen Lichts. Dann wird es sein, als träten wir aus der dunklen Kammer heraus in das Licht der Herrlichkeit Gottes.

Noch ist es nicht so weit. Noch leben wir in dieser Welt mit all ihren Dunkelheiten. Wir leben mit Tränen, Angst und Tod. Doch Licht leuchtet ins Dunkel hinein: Jesus Christus ist mitten unter uns. Seine Gegenwart, sein Geist, sein Wort und Sakrament geben uns Zuversicht und Hoffnung – so wie es Jochen Klepper in seinem „Trostlied am Abend“ ausdrückt:

In jeder Nacht, die mich umfängt,
darf ich in deine Arme fallen,
und du, der nichts als Liebe denkt,
wachst über mir, wachst über allen.
Du birgst mich in der Finsternis.
Dein Wort bleibt noch im Tod gewiß.


In dieser Gewißheit grüßen der Kirchenvorstand, die Mitarbeiter der Kirchgemeinde undPfarrer “i. V.” K. Walther.