Herrnhuter Losungen

Tageslosung von Donnerstag, 17. August 2017
Der Gerechte muss viel leiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR.
Paulus schreibt: Als wir zuvor gelitten hatten und misshandelt worden waren in Philippi, wie ihr wisst, fanden wir dennoch in unserm Gott den Mut, bei euch das Evangelium Gottes zu sagen in hartem Kampf.

 

 

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Fuweg-Weihnachtsbaum

 

Liebe Gemeinde!

 

Ein eigenartiges Bild. Was soll es bedeuten? Ein Fußweg, auf dem ein Weihnachtsbaum steht. Um nicht dagegenzulaufen, muß ich stehen bleiben. Und damit hat das Ganze seine wichtigste Funktion schon erfüllt: gedanklich einmal stehenzubleiben. Denn Weihnachten braucht Zeit. Weihnachten kann ich nicht einfach so im Vorübergehen feiern. Weihnachten ist mehr als die zweieinhalb Tage. Weihnachten ist ein Weg. Er beginnt im Advent und endet nicht mit dem Höhepunkt am Heiligen Abend (der nicht einmal der Höhepunkt ist; denn als Geburtstag Jesu gilt, allen herkömmlichen Ansichten zum Trotz, der 25. Dezember). Weihnachten geht weiter, mindestens bis zum 6. Januar (Epiphanias/Erscheinung des Herrn; Hohneujahr; Dreikönigstag). So viel Zeit muß sein, sonst bekommen wir allenfalls eine leise Ahnung von Weihnachten.

Doch das Bild sagt noch mehr: Für Weihnachten muß ich mich selbst auf den Weg machen. Ganz praktisch kann das so aussehen: sich auf den Weg machen in die Gottesdienste; auf den Weg, um Angehörige zu besuchen, nicht zuletzt die, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Und ich muß mich gedanklich auf den Weg machen: Was bedeutet mir die Geburt Jesu, die Menschwerdung Gottes? Was kann das für mein Leben heißen – gerade auch dann, wenn der Weihnachtsschmuck längst weggeräumt ist. Ein bißchen gedankliche Arbeit ist schon vonnöten. So viel Mühe muß sein, sonst bleibt nur ein oberflächlicher Eindruck, ein flüchtiger Hauch von Weihnachten.

Und ein Drittes: Ich muß die Kinder an die Hand nehmen, heute mehr denn je. Denn was sie um sich herum mitbekommen ist – wie der Schriftsteller Kurt Marti es ausgedrückt hat – die Ware Weihnacht, aber nicht die wahre Weihnacht. Ich muß die Kinder an die Hand nehmen, damit sie verstehen, daß Weihnachten so unendlich viel mehr und so unendlich viel schöner ist, als das Kommen eines verkleideten Geschenke-Onkels. Und wenn wir die Kinder an die Hand nehmen, dann nimmt Gott sie – und uns – an die Hand. Und kommt uns auf dem Weihnachtsweg das entscheidende Stück entgegen; denn Weihnachten sagt uns: Gott holt uns ab.

 

Eine erwartungsfrohe Adventszeit, ein gesegnetes Christfest sowie ein behütetes neues Jahr schenke Gott allen Gemeindegliedern, Einwohnern und Gästen. Herzlich grüßen der Kirchenvorstand, die Mitarbeiter der Kirchgemeinde und Pfarrer „i. V.“ Karl Walther