Seit dem 1. Advent 2014 besteht der Kirchenvorstand in seiner jetzigen Form. Sieben Männer und Frauen aus der Gemeinde wurden für sechs Jahre von der Gemeinde gewählt oder berufen, um für die Gemeinde Entscheidungen zu treffen und als Leitung zu wirken. Seit dem 1. September 2014 ist Pfarrerin Glöckner als Gemeindepfarrerin Vorsitzende des Kirchenvorstandes. In den monatlichen Sitzungen wird über aktuelle Themen der Gemeinde gesprochen.

Kichenvorstand Herold

Was verstehen die Gemeindevertreter unter Gemeinde und welche Bibelstelle ist ihnen wichtig im Leben?

Maria Zoj

Meine Lieblingsstellen in der Bibel: „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; schau nicht ängstlich umher, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ja, ich helfe dir. Jesaja 41, 10

Warum: Manchmal bekomme ich solche Panik und fühle mich eingesperrt. Ich habe so viel zu tun. Die Arbeit ist fast nicht zu schaffen oder ich habe zu Hause große Probleme. Dann gibt es jemanden, der mich beruhigen kann und der mir helfen möchte: Jesus Christus. Ich sage ihm, wie ich mich fühle, bitte ihn um Hilfe und spreche mit Menschen, denen ich vertraue. Jesus Christus schenkt Freiheit!

Irene Schalling

Meine Lieblingsstelle in der Bibel: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat! Psalm 103, 2

Warum: Dieser Vers aus einem Psalm begleitete mich und meinen Mann in der Zeit seiner schweren Erkrankung. Gott zu loben und immer daran zu denken, wie ER uns Gutes tut, stärkte und ermutigte uns. Füt gute Zeiten danken und den Blick darauf zu lenken/in schweren Zeiten Gott zu loben und ihn an meiner Seite wissen zu dürfen, gibt neue Kraft! Es war wunderbar zu erleben, wie Mitglieder unsere Gemeinde gerade hier für uns da waren und uns durch Gebete, Worte und Taten unterstützten. Gemeinde ist mir in dieser Zeit immer wertvoller geworden. Gemeinsam durften wir noch unsere Silberhochzeit feiern und Gunter auf seinem Weg begleiten. Diesen gemeinsamen Weg mit der Gemeinde darf ich auch heute noch gehen und Freude und Leid teilen. Gott trägt uns und wir dürfen IHM auch in schweren Zeiten dafür danken und ihn loben, denn ER meint es gut mit uns!

Sonja Reuther

Gemeinde ist für mich: Eine Straße in unserem Alltag, auf der mir Menschen begegnen, die den gleichen Weg wie ich gehen.

Meine Lieblingsstelle in der Bibel: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. 1. Korinther 13,13

Warum: Und auf diesem gemeinsamen Weg sind viele Dinge von Nöten, die ohne Glauben, Hoffnung und vor allem Liebe nicht getan werden können. Ich habe es oft auf Rüstzeiten erlebt, wie aus Menschen, die sich fremd waren, eine Gemeinschaft wird und gemeinsam eine Wegstrecke gehen konnten. Wenn ich auf meinen bisherigen Lebensweg zurückschaue, sehe ich, dass die Liebe Gottes mich geführt hat und ich dadurch Hoffnung für mich gefunden habe und die Liebe, die alles trägt.

Elke Müller

Gemeinde ist für mich: Ein Treffpunkt von Gleichgesinnten, die aufeinander Acht haben und gemeinsame Wege gehen

Meine Lieblingsstelle in der Bibel: „Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll! Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist Not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden. Lukas 10, 38 - 42

Warum: Weil ich manchmal wie Marta und manchmal wie Maria bin und ich weiß, dass Jesus beides für gut heißt.

Gundula Uhlig

Meine Lieblingsstelle in der Bibel: Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Johannes 14, Vers 6

Warum: Was ist die Wahrheit? Religionen gibt es viele auf dieser Welt, aber nur ein Evangelium. Ich glaube, dass Jesus Gottes Sohn ist, er auf dieser Erde war, gestorben, begraben und am dritten Tage auferstanden ist. Er wurde gekreuzigt für alle Sünden der Menschen, auch für meine. Somit hat Gott sich selbst geopfert und allen Menschen das Heil geschenkt, die daran glauben und es für sich in Anspruch nehmen. In dieser Erkenntnis liegt meine Dankbarkeit und Freude. All meine Talente und Fähigkeiten sind ein Geschenk Gottes, die ich einsetzen werde, um seine Gnade und Barmherzigkeit zu bezeugen, weiterzusagen und somit seine Liebe zu uns Menschen verbreite.

Heiko Held

Gemeinde ist für mich: Der Ort und die Menschen, mit denen ich das "Reich Gottes mitten unter uns" gemeinsam erleben möchte.

Meine Lieblingsstelle in der Bibel: „... siehe, das Reich Gottes ist mitten unter Euch.“ Lukas 17,21

 Warum: Weil ich das bei aller Unvollkommenheit und allem Stückwerk auch bei uns in Herold immer wieder erleben kann.

Jörg Reuter

Gemeinde ist für mich: Ein Ort wo jeder mit seinen Schwächen, Problemen und Sorgen willkommen ist und angenommen wird

Meine Lieblingsstelle in der Bibel: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Psalm 127,1

Warum: Ohne Gottes Hilfe können wir nichts erreichen. Nur er allein kann uns das Werkzeug geben, um sein Haus zu bauen. Darum wollen wir immer wieder im Gebet darum bitten, das sein Geist uns den Weg zeigt.

Mechthild Glöckner

„Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den Herrn, dass ich verkündige all dein Tun.“ Psalm 73, 28 Anders gesagt: Gott nahe zu sein ist mein Glück.

Unter diesem Losungswort des Jahres 2014 führte mich mein Weg aus Elternzeit und Schuldienst, noch inmitten der Trauer nach dem Tod meines Mannes, wieder in den Pfarrdienst in die Kirchgemeinde Herold und feierten wir gleich zusammen 150 Jahre Kirchweih. Seitdem erstaunt, mahnt, ermutigt und erfüllt mich dieses Wort.

Der Psalmbeter, der so spricht, hat Gott gesucht, an ihm gezweifelt, mit ihm gerungen, ihn nach sehr leidvoller Erfahrung beinahe aus seinem Leben verbannt und ihn schließlich doch beglückend gespürt.

Nein, nicht greifbar - wie etwa der Goldklumpen des Hans im Glück, auch nicht durch Nachdenken ist Glück zu erwirken. Inmitten alle aufwühlenden Fragen kommt Gott - zeichenhaft und bringt Ruhe! Sie gleicht einem wohltuenden Händedruck. Man fühlt sich plötzlich weniger verloren und allein, in Sicherheit, ermutigt zum Weitergehen, gestärkt in der Hoffnung schon himmelweit.

Sind wir nicht in der Gemeinde alle solche Gott- und Glücksuchende? Ich erzähle gern von diesem Gott, der doch auch so ganz Mensch ist. Gemeinde ist für mich, wenn ein Gottsuchender den anderen spüren lässt, wie er Gott erlebt, wie wenn ein Bettler dem anderen sagt, wo es etwas zu essen gibt.